Frankreich denkt vom Ort her: Was auf dem Etikett steht, folgt der Appellation und nicht der Rebsorte. Eine Aufzeichnung, die nur ein Feld für den Weinnamen kennt, verliert genau die Angabe, auf der hier alles aufbaut.
Bekannte Gebiete
BordeauxVerschnitte aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, geordnet in einem dichten Netz kleiner Appellationen.
BourgogneParzellenscharfe Herkunft bis hinunter zur einzelnen Lage — die feinste Gliederung, die der europäische Weinbau kennt.
ChampagneSchaumwein aus der zweiten Gärung in der Flasche, mit Reservewein und Verschnitt über Jahrgänge hinweg.
Vallée du RhôneNördlich Syrah an Steilhängen, südlich Verschnitte um Grenache — zwei Weinbauwelten unter einem Namen.
Val de LoireVom Sauvignon Blanc im Osten bis zum Melon de Bourgogne an der Mündung, über hunderte Flusskilometer.
AlsaceSortenweine mit dem Sortennamen auf dem Etikett — in Frankreich die Ausnahme, hier die Regel.
Languedoc-RoussillonDas flächenmäßig größte zusammenhängende Rebgebiet des Landes, mit sehr breitem Preisspektrum.
ProvenceAuf Roséwein ausgerichtet wie kaum eine zweite Region Europas.
BeaujolaisGamay auf Granit, mit einer eigenen Maischegärung als prägender Kellertechnik.
Betriebsstruktur
Neben Familienbetrieben mit wenigen Hektar stehen Genossenschaften, Handelshäuser und Verwalter mehrerer Güter. Häufig liegen die Parzellen eines einzigen Betriebs in mehreren Appellationen zugleich — die Herkunft hängt damit an der Fläche und nicht am Briefkopf.
Rebsorten
Cabernet Sauvignon und Merlot im Südwesten, Pinot Noir und Chardonnay in Burgund und der Champagne, Syrah und Grenache an der Rhône, Chenin Blanc und Sauvignon Blanc an der Loire, Riesling und Gewürztraminer im Elsass.
Was das für die Aufzeichnung heißt
Wer für einen französischen Betrieb Software sucht, sollte sich drei Dinge zeigen lassen: ob die Herkunftsangabe an der Parzelle hängt und nicht am Betrieb, ob ein Gut Flächen in mehreren Appellationen zugleich führen kann, und ob sich Rebsorten frei anlegen lassen statt aus einer festen Liste.
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